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Te Anau

Posted by on 17. Januar 2015
Telford Campground

Telford Campground

Der Tag Auszeit in Otautau war echt schön und hat mir auch ganz gut getan. Am Abend zuvor hatte ich noch Markus kennen gelernt, der den Te Araroa nach Süden wandert und mittlerweile schon am Ziel angekommen ist.

Zusammen haben wir den Vormittag in einem kleinen Cafe verbracht, stundenlang gefrühstückt und gequatscht. Habe dabei auch eine ganze Menge über ihn erfahren. Vor einigen Jahren hat er, nach einem schweren Unfall, auf sein bisheriges Leben zurückgeschaut und sich dazu entschlossen, auf Karriere und Besitz zu verzichten. Seit dem bereist er die Welt und sieht dabei auch ganz zufrieden aus. Ausserdem gab’s für mich noch ein paar gute Informationen, für den Weg der noch vor mir liegt. Abends haben wir dann noch lecker gekocht und den Tag bei einer Flasche Wein ausklingen lassen.

Am Sonntag ging’s für mich recht früh los, da der Tag von der Strecke her wieder recht lang werden würde. Leider kann man sich auf dem südlichen Abschnitt die Länge der Etappen nicht aussuchen, da man entweder über privates Farmland geht, in einer Ortschaft ist oder kein Trinkwasser zur Verfügung steht.

Da Otautau abseits des Wanderweges liegt, musste ich also erst mal wieder zum Einstieg kommen. Leider wollte Sonntags in der Früh kein Auto anhalten, so dass ich die 8km noch zusätzlich laufen musste. Schon nach ein paar Kilometern hat sich herausgestellt, dass es meinem Fuß nicht wirklich besser geht und es sollte noch schlimmer kommen.

Vor gut einem halben Jahr hatte ich mich ja schon mal mit dem Thema Achhillessehne beschäftigt, da ich es bei der Vorbereitung zu einem Marathon übertrieben hatte. Damals bin ich auch auf die Formulierung gestoßen, dass es sich anfühlt, als ob man ein Messer in die Ferse gestoßen bekommen, konnte dies aber für mich nicht nachvollziehen. Mittlerweile kann ich es! Aber klagen hilft auch nicht weiter, also Zähne zusammenbeissen und durch.

Statt am Abend mein Zelt aufzustellen, bin ich per Anhalter erst mal in die nächste Stadt und habe dort im Internet meinen persönlichen Orthopäden Prof. Dr. Dr. Google befragt. Wie sich herausstellte, sind meine Schuhe für flaches Gelände und weite Strecken nicht besonders gut geeignet. Da ich sonst viel in den Bergen unterwegs bin, bevorzuge ich Stiefel mit einer harten Sohle. Diese haben in der Ebene allerdings den Nachteil, dass der Fuß nicht richtig abrollen kann und die Sehne somit stark belastet wird.

Da habe ich mich ein halbes Jahr lang auf so viele Sachen vorbereitet, aber an sowas überhaupt nicht gedacht. Mir war zwar klar, dass es sehr lange flache Abschnitte geben wird, aber die Auswirkungen davon hatte ich nicht bedacht. Wieder was dazu gelernt.

Jedenfalls binde ich jetzt die Schuhe im flachen Gelände nur unten zu, wodurch der Fuß mehr Bewegungsfreiraum hat und massiere mehrmals täglich meine Achhillessehne, wodurch die Schwellung schon sehr stark zurückgegangen ist. Ich bin zwar noch nicht 100% schmerzfrei, aber das Wandern ist wieder möglich!

Das Flachland habe ich nun hinter mir gelassen und komme so langsam in die Südalpen. Ist schon Wahnsinn; da stehe ich vor einiger Zeit auf einem Hügel und sehe fern im Norden die Berge, dazwischen eine riesige Ebene und 4 Tage später stehe ich schon zwischen den ersten Ausläufern der Alpen. Auch die Etappen kann ich mir jetzt recht frei einteilen, da es hier mehrere Berghütten gibt, oder man sich einfach ein Platz für sein Zelt suchen kann. Da die Hütten nicht wie in Deutschland oder Österreich bewirtschaftet sind, ist der Rucksack samt der Verpflegung recht schwer, aber auch daran hat sich der Körper schon gewöhnt und die Schultern tun auch nicht mehr weh.

Bis auf 2 Tage über Farmland, waren die letzten Tage landschaftlich sehr schön, aber auch anstrengend. Bei dem Gelände schafft man pro Stunde max. 2,5-3 Kilometer und manchmal sogar weniger. Aber das ist schon ok, immerhin werde ich mit tollen Eindrücken belohnt!

Am Telford Campground (eine Wiese mit einem Plumsklo mitten in der Natur) zum Beispiel mit einem schönen Sonnenuntergang und Lagerfeuer. Gesellschaft hatte ich dabei von mindestens einer Million Sandflies, die sich alle persönlich vorstellen wollten. Oder auch 2 Tage später, bei einem Bad in kristallklarem Wasser eines Flusses. Einfach traumhaft!

Aktuell bin ich in Te Anau, was ca. 30km ab vom Weg liegt. Hier treffe ich mich in einer Woche mit Uta und da bis dahin noch recht viel Zeit ist, wird heute Verpflegung nachgekauft und schon mal der nächste Abschnitt gewandert. In ca. 3 oder 4 Tagen werde ich dann per Anhalter wieder herkommen und die restlichen Tage bis zu ihrer Ankunft ausspannen.

Die neuesten Fotos findet ihr hier:

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